43. Jahrgang, Heft 5, Oktober 2012

 

BIBLISCHE BESINNUNG
Johannes Zimmermann:
Vom Wissen verlockt.
Predigt zu Genesis 3,1–19


AUFSÄTZE
Rainer Mayer:
Dietrich Bonhoeffers Todesstunde. Was geschah wirklich?
Forschungen im Anschluss an Jørgen Glenthøj

Reiner Braun:
 „Anpassung oder Widerstand?“
 Zur Diskussion um Otto Michel und den Nationalsozialismus

(Klicken Sie hier für einen PDF-Download des Aufsatzes von Reiner Braun)

Mit dem kostenlosen Acrobat Reader können Sie sich diese Artikel ansehen und ausdrucken.


Klaus Haacker:
 Otto Michel als Hallenser Exeget

Rainer Riesner:
 Neues Testament und Archäologie.
 Ein Literatur- und Problembericht

BÜCHER

Aus dem Editorial


„Wissen lockt“ – mit diesem Motto einer ostdeutschen Universität befasst sich Johannes Zimmer¬mann in seiner Predigt, die den Auftakt zu dieser Ausgabe der Theologischen Beiträge bildet, die wir Ihnen nun – kurz bevor der Herbst lange Abende zum Lesen beschert – auf den Tisch legen. Der Württembergische Pfarrer und Privatdozent befasst sich dabei mit dem Wissen um gut und böse, das so sehr lockt. Er zeigt Licht und Schatten wissenschaftlichen Forschens auf (etwa am Beispiel des Schlangengeflüsters in der Urgeschichte) und führt letztlich zu „Frau Weisheit“, die uns in der Furcht Gottes den Anfang der Weisheit und den heilsamen Referenzrahmen für unser Streben nach Wissen vorführt.
Wissen lockt immer auch dann, wenn es Lücken gibt, auch in der Kenntnis wesentlicher Abschnitte im Leben bedeutender Persönlichkeiten wie etwa Dietrich Bonhoeffer. Dessen letzte Stunden und seine geistliche Haltung im Angesicht des Todes haben immer wieder Menschen beschäftigt und berührt. Der Mannheimer Bonhoeffer-Kenner Rainer Mayer sortiert für uns noch einmal die Quellen, untersucht deren Verlässlichkeit und zeichnet ein Bild jener letzten Tage und Stunden im Leben dieses evangelischen Märtyrers.
Ist Wissen möglich? Noch an einer anderen Stelle gehen wir in diesem Heft in die Zeit des Nationalsozialismus zurück. Unser Mitherausgeber, der hessische Pfarrer Reiner Braun, sichtet noch einmal die Akten zu Leben und Werk von Otto Michel, nachdem in der „ZEIT“ dessen Rolle im Dritten Reich kritisch beleuchtet wurde. Braun geht den Spuren des Widerstandes wie der Anpassung nach. Beides lässt sich finden; Braun kommt zu dem Resümee: Wahrscheinlich gab es mehr Anpassung, als uns bisher klar war und als der von vielen so geschätzte Neutestamentler sich selbst und vor anderen eingestehen wollte.
Wissen lockte jedenfalls auch den Forscher Otto Michel. Seinem Werk als Neutestamentler und Judaist widmet sich in einem weiteren Beitrag ein anderer Mitherausgeber, der Neutestamentler Klaus Haacker. Er beleuchtet die Einflüsse der akademischen Lehrer Otto Michels auf dessen Werk. War schon länger gut bekannt, welche Rolle Martin Kähler und Julius Schniewind in diesem Zusammenhang spielten, so führt Haacker nun auch den Einfluss des Doktorvaters Ernst von Dobschütz vor, der bisher unterschätzt wurde. Dabei macht er deutlich, dass von Dobschütz auch heute mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.
Wen Wissen lockt, der muss manchmal tief graben. Rainer Riesner – auch er unser Mitherausgeber und Neutestamentler in Dortmund – rundet dieses Heft mit einem Bericht über einige vermeintliche archäologische Sensationen hinsichtlich neutestamentlicher Personen und Ereignisse ab, die er kritisch überprüft – und so zwischen Wissen und Fantasie unterscheiden hilft.
Lockt Sie Wissen? Dann sind vielleicht unsere Buchhinweise und Rezensionen am Ende des Heftes wieder ein willkommener Service. Wir wünschen Ihnen einen Wissen-schaffenden Leseherbst!


Suche:

Geben Sie einen Suchbegriff oder einen Autoren ein und klicken Sie auf suchen:


Suche im Register: