43. Jahrgang, Heft 4, August 2012

 

BIBLISCHE BESINNUNG
Ulrich Mack:
„Haben als hätten wir nicht“.
Predigt zu 1. Korinther 7,29–31

DOKUMENTATION
Burkhard Müller:
Morgenandachten im Deutschlandfunk

Aufsätze
Ulrich Eibach:
Gott ist nicht „Allein- und Allverursacher“! – Allmacht und Liebe Gottes. Kritische Bemerkungen zu Andachten von Burkhard Müller

(Klicken Sie hier für einen PDF-Download des Aufsatzes von Ulrich Eibach)

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Markus Weimer:
Bewegung im Bewährten.
Wie die Kirche von „fresh expressions“ profitieren kann

Manfred Seitz:
Theologischer Traktat über die Zukunft der Kirche

BERICHT
Corinna Schubert:
Taufe neu entdecken

BÜCHER

Aus dem Editorial

Immer wieder einmal erreichen uns als Herausgeber E-Mails mit der Frage, ob die „theologischen beiträge“ noch „biblisch“ sind. Als Verantwortliche für diese Zeitschrift geht einem da nicht nur der Puls etwas schneller, es geht einem – wie man im Schwäbischen sagt – auch ein wenig das Zäpfle hoch. Dennoch, diese Frage muss man sich immer wieder gefallen lassen. Es kommt freilich darauf an, dass man sie in der rechten Weise versteht. Auch die vorliegende Ausgabe versucht wieder, eine biblisch-reformatorische Orientierung, allerdings nicht aus der Position eines sicheren Besitzes heraus, der es erlauben würde, hier die richtigen und fertigen Antworten weiterzugeben.

In diesem Heft dokumentieren wir die provozierenden Andachten des Rheinischen Superintendenten i.R. Burkhard Müller zum Thema „Allmacht Gottes“. Müller stellt eine Reihe von Fragen, vor denen eigentlich jeder wache Christ steht, wenn er als Zeitgenosse lebt. Kann man das, soll man das, darf man das wirklich glauben, dass Gott für all das verantwortlich ist, was wir gegenwärtig und in der Geschichte der Menschheit wahrnehmen? Müller kommen nicht zuletzt deshalb Fragen, weil er die biblische Botschaft von Gott als liebendem Vater ernst nimmt. Der Bonner Emeritus Ulrich Eibach antwortet ihm und versucht eine Differenzierung im Begriff der Allmacht Gottes, ebenfalls in Aufnahme biblischer Motive. Eibach geht bis in die wissenschaftstheoretische Diskussion hinein, um darüber Rechenschaft abzulegen, wie denn gegenwärtige wissenschaftliche Weltwahrnehmung und biblisches Zeugnis von der Mitwirkung Gottes an Natur und Geschichte ins rechte Verhältnis zu setzen sind. Die biblischen Schriften geben uns genau diese Frage auf. Die Antwort ist alles andere als gleichgültig oder gar beliebig. Aber um sie muss gerungen werden, weil sie nicht einfach gegeben ist.

Die Frage, wie das mit Gott ist und mit dieser Welt, nimmt in erfrischender, aber noch einmal anderer Weise auch die Biblische Besinnung „Haben als hätten wir nicht“ des Stuttgarter Prälaten Ulrich Mack auf. Er warnt vor Missverständnissen des schwierigen Textes in 1. Korinther 7, bricht aber die paulinischen Stachel nicht ab. Wie sehr liegt Gottes Welt quer zu unserer, und wie sehr ragt sie in unsere hinein, als Fremdkörper, als das, was wir – noch – nicht sind, was aber als neue Welt inmitten der alten werden will und wird!

Die Reihe der biblisch angestoßenen Provokationen setzt sich fort in dem Aufsatz eines noch recht jungen und eines schon sehr erfahrenen Theologen. Markus Weimer, u. a. einer der Begründer von church convention, denkt über ergänzende ekklesiologische Formate der Kirche der Zukunft nach: Wie muss sie aussehen, wenn sie auch in Zukunft missionarische Volkskirche sein und die Menschen erreichen will? Weimer rät dazu, sich am Aufbruch der anglikanischen Kirche zu orientieren, berichtet aber auch von Mut machenden Szenarien in Deutschland. Der Nestor einer erwecklich orientierten Praktischen Theologie in Deutschland, der Erlanger Emeritus Manfred Seitz, fragt ebenfalls nach der Zukunft der Kirche, findet die Schlüssel zu dieser Zukunft aber in der Vergangenheit. Er vollzieht eine an biblischen Motiven für Kirche entlang gehende, weisheitlich angereicherte Konzentration auf das, was uns Bibel und Reformation als Wesen der Kirche in Aussicht stellen.

Das verstärkte Nachdenken über Taufe im Raum der EKD schlägt sich nieder in unserer Sammelrezension über neuere Taufbücher. Corinna Schubert, Theologin und Gemeindeberaterin, stellt einige Titel vor, deren Kenntnisnahme sich gerade im Pfarramt besonders lohnt. Elf weitere Rezensionen, mit dem Schwerpunkt Kirche, nehmen Fragestellungen des Heftes auf und geben Anregungen, wo sich weitere Lektüre lohnt.

 


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